FREIHEIT !

BRÜDERLICHKEIT !

DIE GESELLSCHAFTLICHE rEVOLUTION

IM 21. JAHRHUNDERT

GLEICHHEIT !

FGB ist ein Buch. Aber nicht nur. Es ist vor allem ein Gesellschaftsprojekt. Ein Projekt, das mit einem Buch beginnt und mit der grundlegenden gesellschaftlichen Reform endet, die unsere Welt heute dringend braucht. Weil mehr vom Gleichen nur noch mehr vom Gleichen bringen wird – und das können wir uns nicht erlauben. Weder in unserem eigenen Interesse noch in dem der Welt, in der wir leben.

 

FGB ist keine Utopie. Alle Sozialutopien beschreiben einen vermeintlichen gesellschaftlichen Idealzustand. Aufgrund wovon? Auf Grundlage der persönlicher Überzeugungen, Werte, Prägungen… ihrer Verfechter. Jede Utopie ist also eine äußerst subjektive Angelegenheit, die sich aber stets vollkommen objektiv gibt. Denn dann ist sie ja nicht nur subjektive Meinung, sondern „das objektiv Richtige“. Dann wird die persönliche Vorstellung davon, wie die Welt sein solle quasi zur objektiven Notwendigkeit,wie die Welt umzugestalten und die Gesellschaft zurechtzubiegen ist. „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt!“ ist die letzte logische Konsequenz dieses Denkens. Es war also nicht jedes Mal ein Betriebsunfall, wenn bei der Umsetzung von Utopien Blut geflossen ist. Es war auch nicht (nur) die Schuld der handelnden Personen: es lag immer in der Natur der Sache. Jede Sozialutopie ist in ihrem Kern totalitär.

 

Nicht so FGB. Weil ich mir nicht zu wissen einbilde, was gut für dich ist, oder für deine Kinder, oder für deine Eltern, Verwandten, Freunde, Nachbarn…, oder für sonst irgendwen. Vielleicht würden sich meine Vorstellungen einer erstrebenswerten Gesellschaft mit den deinen decken. Fein. Glück gehabt. Vielleicht aber auch nicht. Und dann? Dann geht’s nur noch darum, wer sich durchsetzt. Wer der Stärkere ist, der Mächtigere, der Gewissenlosere, der Brutalere. Von den linken und rechten Sozialutopien des vergangenen Jahrhunderts wissen wir, wie das endet.

 

Ich habe in FGB etwas anderes versucht. Ich habe versucht, herauszufinden, worin sich alle Menschen – sofern sie sich und andere noch irgendwie spüren – einig sind. Wo sich in gesellschaftlicher Hinsicht die Meinungsunterschiede aufhören. Der Punkt, ab dem es keine Rolle spielt, ob man ansonsten liberal oder konservativ oder fortschrittlich oder sozial oder autoritär oder links oder rechts oder sonstwie eingestellt ist. Wenn es um die Grundbedürfnisse der Menschen geht, gibt es nur noch graduelle Unterschiede:

 

  • Alle Menschen brauchen Luft, Wasser, Nahrung, Kleidung, Schlaf, ein Dach über dem Kopf… Sie merken vielleicht, wie aufwändig und mühsam es wäre, wie Robinson Crusoe für sich selbst zu sorgen. Darum ist jede Gesellschaft in irgendeiner Weise zur Arbeitsteilung gekommen. Diese Grundform der Kooperation hat sich zu allen Zeiten und überall auf der Welt am besten bewährt.
  • Wenn die Menschen nicht als isolierte Einsiedler leben, sondern in Gesellschaft brauchen sie zweitens Regeln und Gesetze, an die sich alle halten.
  • Und drittens hat jeder Mensch das Bedürfnis, selbst zu entscheiden, wie er leben will: Meine Überzeugungen, Werte, Vorlieben, Abneigungen, mein ganzer Lebensstil… sind allein meine Sache. So lange das niemand anderen berührt, geht das nur mich etwas an. Das will ich frei entscheiden können.

 

Jenseits aller sonstigen – unterschiedlichen oder sogar gegensätzlichen – Ansichten haben alle Menschen diese drei gesellschaftlichen Grundbedürfnisse. Das merkt man auch daran, dass es immer zu gesellschaftlichen Spannungen kommt, wenn sie nicht erfüllt werden: wenn der Egoismus der Stärksten verhindert, dass die anderen das Nötige zum Leben haben; wenn auf den Staat kein Verlass mehr ist, wenn Gesetze im Interesse bestimmter Gruppen und zum Nachteil anderer geschaffen oder gebeugt werden; wenn religiöse oder ideologische Führer den Menschen vorschreiben, was richtig bzw. falsch, gut bzw. böse ist, und wie man leben müsse.

 

Auf drei Schlagworte reduziert, sind diese gesellschaftlichen Grundbedürfnisse also

 

  • FREIHEIT im geistigen Leben,
  • GLEICHHEIT im Rechtsleben, und
  • BRÜDERLICHKEIT im Wirtschaftsleben.

 

Überall, wo die Menschen über ihre Lebensverhältnisse selbst entscheiden können haben sie diese drei auch durchgesetzt. Am wenigsten bislang noch im wirtschaftlichen Leben, sonst würden nicht jahrein, jahraus Millionen Menschen verhungern oder zumindest in Not und Zukunftsangst leben. Wo diese Benachteiligten aber einen Einfluss auf ihre Situation nehmen können, führen sie Verhältnisse herbei, die ihnen ein Auskommen ermöglichen. „Brüderlichkeit“ ist also nicht moralisch gemeint. Auf die Überwindung des Egoismus müssten wir noch sehr lange warten, viel zu lange. Mit „brüderlich“ meine ich, dass die Menschen ihre Lebensverhältnisse so gestalten können, dass diese ihnen Existenzsicherheit bieten.

 

Vergleicht bitte FGB mit anderen derzeit diskutierten sozialen Reformvorschlägen. Der Unterschied springt ins Auge: Das Neue und Entscheidende an FGB ist, dass ich euch nicht zu überzeugen versuche, wie unsere Welt beschaffen sein sollte. Ich beschreibe, wie die gesellschaftlichen Verhältnisse beschaffen sein sollten, damit ihr selbst entscheiden könnt, wie ihr leben wollt. FGB ist ein gesellschaftlicher Kompass. Andere richten den Kompass so aus, wie sie das für richtig und wichtig halten. Nicht FGB. Kein Kompass ist etwas wert, an dem manipuliert wird. Was für den geographischen Kompass der Nordpol ist, das sind für FGB die drei gesellschaftlichen Grundbedürfnisse. Nicht ich will entscheiden, was gut für euch ist und wo es lang gehen soll; ich will die Verhältnisse skizzieren und herbeiführen, unter denen ihr selbst das tun könnt. Die gesellschaftliche Ohnmacht, Frustration, Wut und Spaltung muss ein Ende haben. FGB zeigt den Ausweg. Er liegt in der gesellschaftlichen Evolution. Die wachsenden ökosozialen Krisen erzwingen eine gesellschaftliche Weiterentwicklung. Sie besteht darin, dass die Menschen ihre gesellschaftlichen Grundbedürfnisse realisieren:

 

  1. im geistigen Leben frei zu sein – „denn hier muss ein jeder nach seiner Fasson selig werden“;
  2. gesellschaftliche Regeln, die für alle gleich gelten und die Gerechtigkeit und Sicherheit gewährleisten, sowie
  3. im wirtschaftlichen Leben so zu kooperieren, dass das größtmögliche Wohl der größtmöglichen Zahl dabei herauskommt.

 

„Realisieren“ im doppelten Sinn des Wortes: 1. dass die Menschen sich dieser drei Grundbedürfnisse bewusst werden und 2. dass sie sie, jeder in seinem Einflussbereich, umsetzen.

 

Diese Entwicklung wird von ihrem Veränderungspotential her „revolutionär“ sein ohne irgendwas gewaltsam auf den Kopf zu stellen. Sie wird aber vieles vom Kopf auf die Füße stellen, d.h. an die Lebensrealität der drei o.g. Grundbedürfnisse anpassen. Sie wird den gesellschaftlichen Konflikten die Grundlage entziehen. Dadurch wird wie echten, nachhaltigen gesellschaftlichen Frieden ermöglichen.

 

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Die hier nur ansatzweise skizzierten Grundideen dieses Konzeptes sind in FGB auf rd. 500 Seiten ausgeführt. Es wird in jedem Fall noch dieses Jahr erscheinen – bei einem Verlag, worauf ich dzt. noch warte, oder selbstpubliziert. Bis dahin gibt es einen Blog zum Buch|Projekt FGB:

 

https://socialkairos.wordpress.com.

 

Es gibt schon mehr als genug kritische Analysen. Was fehlt, sind Lösungen, insbesondere Lösungen jenseits von „rot“ und „schwarz“ und „blau“ und „grün“ und… Solche Lösungsansätze zeige ich in in meinem Blog auf. Die dort veröffentlichten Beiträge setzen sich also wie ein Mosaik zu dem Gesamtkonzept zusammen, das ich in FGB dargestellt habe. Blog und Buch ergänzen und erhellen sich gegenseitig.

 

Wenn du erkennst und spürst, dass das ein Schlüssel für unsere wichtigsten und dringendsten ökosozialen Probleme ist, dann bitte verbreite diese Ideen (Links) weiter. Von nix kommt nix. Wir haben als Gesellschaft schon viel zu viel Zeit und Kraft mit dem Gegeneinander vergeudet – mit dem Kampf von Arm gegen Reich,  von Machtlosen gegen Mächtige, Progressiven gegen Konservative, Linken gegen Rechte, Rechtgläubigen gegen Irrgläubige… Dies ist der richtige Zeitpunkt, der „kairos“ für den Wandel, für Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit“, für die gesellschaftliche rEvolution im 21. Jahrhundert.

HANSPETER ROSENLECHNER